„Morgen ist es soweit, nicht vergessen, den Regenschirm mitzunehmen, es könnte zu kleineren Schauern kommen.“ So die einleitende Mahnung Arnolds tags zuvor. Er hatte die Idee zu diesem Ausflug, die Wegerkundung haben dann Rita und Einhart in zwei verschie­denen Varianten bei schönstem Wetter getätigt, um die Qualität der Wege festzustellen. Die Anmeldung erfolgte über eine von Arnold eingerichtete Online-Tabelle, also ganz trendy.

Treffpunkt am 20. August 2019: Bahnhof Elzach – Unter dem Dach oder schon den Schirm aufgespannt, warten wir, die den PKW bevor-Zug-en, 20 Minuten auf denselben, mit dem die Umweltfreundlichen anreisen. Zu Fuß geht’s über die Elz, entlang der Kreuzstraße, den schmalen Weg mit Aussicht auf die untenliegende Stadt zur Neunlindenkapelle - deren Krypta ist ein Blick wert - und nehmen Platz im Inneren der Kapelle.

Im Jahre 1450 an 9 Linden außerhalb der damaligen Stadtmauern Elzachs war eine Kapelle, die im 30-jährigen Krieg zerstört und wiederaufgebaut, aber von den Fluten der Elz 1778 weggespült wurde. Nur das Gnadenbild war in Riegel wieder aufgefunden worden. Erst Anfang des 20. Jh. ist die heutige Neunlindenkapelle an höher gelegener Stelle, ein „Juwel der Neugotik und ein Schmuckstück für die Stadt und Landschaft“, wiedererrichtet worden.

Im Regen gehen wir weiter die asphaltierte Straße bergauf, sehen nach einigen Metern links über dem Tal die Wallfahrts­kapelle „Unsere Liebe Frau“ auf dem Hörnleberg. Weiter oben rechter Hand findet sich ein Holzkreuz mit dem eher seltenen Hinweis auf das Elend von Millionen von Toten und Flücht­lingen aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie nach dem 2. Weltkrieg. Wir denken an heute: Die Geschichte scheint viele Parallelen zu haben.

Weiter im Regen durch Wiesen und an Feldern vorbei durch einen moosigen pilzriechenden Wald kommen wir pünktlich in der Fischerhütte Biederbach an. Ein eigens für uns gegen den Regen aufgebautes Zelt erweist sich als zu kühl, um darin auszuharren. Im Dachstüble der Hütte ist Platz für alle. Was können denn Wanderer in einer Fischerhütte anderes essen als Forelle Müllerin? Sehr lecker! Einige haben trotzdem was anderes bekommen. Das Ziel war erreicht: Schwätzchen bei Essen und Trinken.

Die Schauer erreichen Dauerregenqualität. Wir kürzen den Rundweg, der uns zu den drei Kreuzen nahe des Burgersbergs führen sollte, ab und nehmen die Eckstraße wieder zurück nach Elzach. Hier sollte uns eigentlich im Garten die Sonne erwarten, aber heute sitzen wir zum Abschluss innen im Restaurant „Sonnengarten“. Ein Lichtblick und Trost: Es gibt Kaffee und super guten Kuchen.

Einhart Fiedler