Die „Spiele der Herzen" als Titel des Konzertes spiegelten sich in den beiden Operetten „Blume von Hawaii" und „Maske in Blau" wider, die am Sonntag, 19. November, in zwei Akten im Lothar-Fischer-Saal ihre gesangliche Aufführung fanden. Mehrere hundert begeisterte Konzertbesucher belohnten dies mit zahlreichem Applaus.

Die Dekoration mit Meerblick und Hibiskusblüten - von den bewährten Concordia-Bühnenbildnern Ralf Blattmann mit dessen Frau Rosi und Marlon Kolberg hervorragend gestaltet - ließ schon erahnen, dass es ein Ausflug in die Südsee werden würde. Und so „legte" das Chorschiff mit Hubert von Goiserns „Weit, weit weg" denn auch ab. Chorleiter Jürgen Krämer ließ in seiner Begrüßung jedoch das Reiseziel noch offen und gab Liebesliedern den Vortritt. Mit dem Tessiner Volkslied „Dunkle Augen" wurde der Bogen zu Drafi Deutschers „Mamor, Stein und Eisen bricht” geschlagen und endete in „Tri sulara" von Wíllhelm Heinrichs.

Die junge Sandra, Tochter des Vorsitzenden Matthias Herrel, erschien nun zur nächsten Ansage. Ein bisschen nervös ob der ihr übertragenen Aufgabe, wusste sie das nächste Stück „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" in den Film „Die drei von der Tankstelle" zu verorten. Mit dem ebenfalls einst von den Comedian Harmonists vorgetragenen Hans-Albers-Lied „Das ist die Liebe der Matrosen" ging es zurück aufs Meer, was von einem Matrosen-Doppelquartett vorgetragen wurde. Das Seemannslied „Santiano" feuerte die Reiselust denn vollends an.

Ankunft auf Hawaii

Chorpräsident Helmut Gall verriet nun endlich das Reiseziel Hawaii. Auserkoren hatten sich die 45 Sänger die Operette „Blume von Hawaii" des ungarischen Komponisten Paul Abraham, welche seine Uraufführung im Jahr 1931 in Leipzig fand. Hieraus waren denn in kleineren Potpourris ganze Liederblöcke zu hören. Passend zur Südsee wurden nun auch Strohhüte und die „Lei-Aloha"-Blumenkränze umgelegt.

Der erste Liederblock bestand aus der musikalischen Explosion „Kann nicht küssen ohne Liebe", „Ich muss Mädels sehen", „Frage dein Herz". „Will dir die Welt zu Füßen legen". „Ein Paradies" und „Blume von Hawaii", wie sie einst von Rudolf Schock, Peter Alexander oder Margit Schramm in die Welt getragen wurden.

Friedrich Dienst kündigte den nächsten Block an, den das Doppelquartett mit „Diwanpüppchen" einleitete und dann „Lautlos" von ganzen Chor übernommen wurde, um sich dann der Frage zu widmen „Was ein Gentlemen im Urwald zu tun" hat. Hier übernahm Burkhard Nuber die weitere Erläuterung und führte mit „Heute hab ich ein Schwipserl",„Du traumschöne Perle" und „Mein golden Baby" langsam in Richtung Pause. Doch zuvor durfte Peter Sommer den aus Elzach geliehenen Solisten Markus Köpfer mit „Bin nur ein Jonny" ankündigen, der vom Doppelquartett mit „Ich bin dein Boy” Ablösung fand. In „Wo es Mädels gibt" vereinigte sich der Chor dann wieder, um den Hafen von Hawaii zu verlassen.

Maske in Blau

Das veränderte Bühnenbild mit einer Blauen Maske und Spielkarten an der Wand ließ schon erahnen, welche Operette nun angesteuert wurde. Zuvor aber hatte Krämer ein Sahne- stückchen mit dem Solo „Maria" aus Leonard Bernsteins „West Side Story” anzukündigen. Köpfer brillierte hierin voller Gefühl, was ihm tosenden Applaus einbrachte. Nun löste Gall das Geheimnis um die Dekoration und führte in den Werdegang des Komponisten Fred Raymond ein.

Mit Schlagern wie „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" war dieser zum Star geworden. Die „JuIiska" bot einen kuriosen Einstieg in die Operette „Maske in Blau", bei der die ganze Ausdruckskraft der Sänger mit einfloss. Mit „In dir hab ich mein Glück gefunden" sorgte Klaus Ostermaier für einen weiteren Glanzpunkt mit seinem Solo. Matthias Biesel übernahm die letzte Ansage, bei der „Sassa" den Anfang machte und mit einem weiteren Solo Köpfers mahnte: „Schau einer schönen Frau nicht zu tief in die Augen". „Ja, das Temperament" endete schließlich im großen Finale der „Maske in Blau".

Der Vorsitzende dankte am Ende allen Beteiligten. So erhielt auch Sabine Pander, die die Mehrzahl der Stücke am Flügel begleitet hatte, einen besonderen Dank. Natürlich wurden die Sänger nicht ohne Zugabe entlassen, der sie mit dem „Bajazzo" entsprechend nachkamen.

Alexandra Kuttruff