- Ausflug in das Friaul/Trieste-

Die günstige Wochendkonstellation mit dem Feiertag am 3. Oktober bot dem MC die Gelegenheit zu einer Fahrt an die obere Adria nach Triest.

Früh am Freitagmorgen bestieg eine wackere Schar von knapp 30 Sängern den schon vorbereiteten Bus gen Italien. Fleißige Helfer hatten schon zuvor reichlich Nahrung und Getränke im Laderaum des Straßenschiffes gebunkert, um im Falle von eventuellen längeren Staus, den Fortbestand des ältesten der Concordia-Chöre zu sichern.
Die Disziplin der Herren war vorbildlich, so dass die große Fahrt pünktlich begonnen werden konnte. Zielstrebig wurde Luzern angesteuert, wo man bei der ersten Rast auf den Pop- und Jazzchor traf, der ebenso gerade auf der Fahrt an die Cote d´Azur war. Grüße und gute Wünsche wurden ausgetauscht bevor die beiden Chöre ihre Reise fröhlich fortsetzten.

Gegen Abend erreichten wir unser Ziel, das Hotel Ai Pino in Grado. Einchecken, Zimmer begutachten, die Gegend erkunden. Aber wer den Saisontrubel in sochen Touristenhochburgen kennt, rieb sich verwundert die Augen: Sille, Ruhe, heruntergelassene Rolläden, kaum ein Mensch zu sehen! Das ist der Vorteil am Ende der Nachsaison. Der Nachteil: nur noch ganz wenige offene Geschäfte bzw. Lokalitäten. Aber das konnte unserer Stimmung nicht schaden, schließlich wissen wir wie man zusammen feiert und sich vergnügt.
Abends, an der langen Tafel, bei einem Gläschen Wein, Bier o.ä. wurde dann unterm Sternenhimmel und mit Gitarrenbegleitung, ein buntes Potpourri von Liedern gesungen.
Klagen wegen Ruhestörung gab es nicht, im Gegenteil: die wenigen noch vorhandene Gäste waren begeistert und verlangten noch Zugaben!
Als dann der Anstand gebot das „Konzert“ zu beenden und die Räumlichkeiten aufzusuchen, war natürlich noch lange nicht Schluss.

Im Zweibettzimmer Nr. 405 traf sich der „harte Kern“ von rund 10 Sängern noch, um bei „Restfleischkäse“ und „Restrotwein“ den angebrochenen Abend fröhlich ausklingen zu lassen.

Am Samstagmorgen, nach dem ausgiebigen Frühstücksbuffet, ging es dann mit dem Bus zum Tagesausflug nach Triest. Über die wechselhafte Geschichte der nahe der slowenischen Grenze gelegenen Stadt ( ca. 200 000 Einw.), wurden wir von unserm Reiseführer Alexander sehr kompetent und kurzweilig informiert.
An die Besichtigung der Oberstadt schloss sich ein spontanes „Konzert“ im Dom von Triest an. Unser Auftritt - zwischen zwei Hochzeiten – brachte uns eine große Anzahl von Zuhörern, die an Beifall nicht sparten.
Das Besichtigen, Warten und Singen machte hungrig und so durften wir uns danach bei einem Picknik auf dem malerisch gelegenen Domplatz, hoch über der Stadt, stärken.
Nach der Rückkehr ins Hotel wollten ein paar Wagemutige noch schnell ein Bad im kühlen Meer nehmen, konnten aber das Wasser nicht finden, denn es war buchstäblich „Ebbe“. Schade!  Im Geldbeutel war aber noch was drin und so konnte nach dem Abendessen, das zwar immer ähnlich, aber sehr wohlschmeckend war, der Abend ganz individuell gestaltet werden.

Am Sonntag stand ein Ausflug nach Udine auf dem Programm. Bei regnerischem Wetter ging es los. Schon während der Fahrt erhielten wir von unserm sympatischen Guide Alexander viele Informationen über Geschichte, Land und Leute der Provinz Friaul.
Udine mit seinen knapp 100 000  Einwohnern ist wohl die am meistem venezianisch geprägte Stadt auf dem Festland. Bei unserer Stadtbesichtigung war das offensichtlich. Viele prächtige Gebäude im venezianischen Stil prägen das Bild der Altstadt.

Nach der offiziellen Führung hatten wir  Gelegenheit, einzeln oder in Gruppen diese faszinierende Stadt noch weiter zu erkunden, oder aber in einem der zahlreichen Cafe`s einfach die Seele baumeln zu lassen.

Am Nachmittag waren wir eingeladen, an einer Schinkenverkostung in einer der ältesten, privaten Produktionsstätte des weltberühmten „San Daniele Schinken“ teilzunehmen, um uns selbst von der Qualität dieses Lebensmittels zu überzeugen. In einer Halle, in der mehr als zwölftausend ausgewachsene Schinkenkeulen über unseren Köpfen schwebten, lauschten wir dem Vortrag über Herstellung, Lagerung und Verarbeitung desselben. Dann schritten wir zur Tat und überprüften selbst Konsistenz und Geschmack verschiedener Salami und Schinken-sorten. Die eine oder andre Runde Grappa, förderte vielleicht auch die Verdauung, auf jeden Fall aber die Stimmung auf der Heimfahrt zum Hotel.
Um nach dem Abendessen nicht allzuviele sentimentale Gedanken zuzulassen, sangen wir bei unserem Abschlussabend aus Leibeskräften Volkslieder und alte Schlager bis um 21 Uhr die Hausbar des Hotels endgültig den Saisonbetrieb einstellte. Was blieb da andres übrig als wieder in Zi. 405 den Abend gemütlich und vollends zu ende zu bringen.

Früh am Montagmorgen wurde das Gepäck verstaut und das letzte Frühstück verzehrt.
So traurig  ein Abschied auch immer ist, so freut man sich doch auch, bald wieder zu seinen Lieben und an den heimischen Herd zurückkehren zu können.
Davor lag allerdings noch eine – alles in allem - zwölfstündige Fahrt. Viele nutzten diese Zeit zu Teilregeneration oder hingen ihren Gedanken und Erinnerungen nach, so dass es eine recht ruhige Rückreise war.

Wir schauen zurück auf einen sehr schönen und harmonischen Jahresausflug, zu dessen Gelingen viele in unterschiedlicher Weise beigetragen haben.
Ein besonderer Dank gebührt dem Organisationsteam um Uwe Rau, Wolfgang Schlenker und Matthias Herrel für ihr unermüdliches Engagement, aber auch den beiden Busfahrern Gregor und Sängerkamerad Manfred Nübling die uns sicher hin und wieder zurück gebracht haben. Danke!

Gerhard Rappold

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