Unser diesjähriges Jahreskonzert 2014 sollte ausnahmsweise schon im Mai stattfinden, statt wie sonst üblich im Juli. Und da ebenso ausnahmsweise das letzte Jahreskonzert 2013 erst im September lag, hatten wir also nur knapp acht Monate Zeit zum Einstudieren neuer Stücke. Um uns allzuviel Probenstress zu ersparen und trotzdem ein tolles und abwechslungsreiches Konzert bieten zu können, kamen wir auf die Idee, unseren „Geschwisterchor“ QUERBEAT aus dem Rieselfeld, der auch von unserer Dirigentin Sabine Pander geleitet wird, einzuladen, einen Teil des Programms zu gestalten. Gesagt, getan, und acht Monate später hatten wir tatsächlich einige neue Lieder aus verschiedensten Stilrichtungen einstudiert, darunter auch die eine oder andere „harte Nuß“, sowie ein paar Lieblingslieder aus den letzten Konzerten aufgewärmt, von denen auch einige als Doppelchor mollten.

Am Montag vor dem Konzertsamstag war dann Generalprobe zusammen mit Querbeat. Für den richtigen Groove sorgten wie auch schon im letzten Jahr Olga Krasotova am Flügel, Andres Buchholz an Bass und E-Bass und Eric Karle am Schlagzeug. Die Probe war anstrengend wie wahrscheinlich alle Generalproben auf dieser Welt, so galt es hier noch einen Einsatz und da noch ein paar schwierige Töne zu perfektionieren, verschiedene aufstellungstechnische und choreographische Fragen vor allem bei den mit Querbeat zusammen gesungenen Liedern zu klären, und auch die Bandmitglieder durften sich eifrig Notizen in ihre Noten schreiben: „hier bitte subito piano…und da kein ritardando…und hier etwas mehr Schlagzeug…jetzt VOLLE LOTTE!“.

Und dann war er da, der Samstag abend. Die Bühne war aufgebaut, das tolle Bühnenbild in Form eines blauen Himmels mit einer leuchtend gelben Sonne darauf, designt und gebastelt von Ralf, Marion und Silvia strahlte in den Saal. Passend dazu trugen wir Sänger Jeans und weißes Oberteil, ergänzt durch gelbe Schärpen als Sonnenstrahlen für unseren Motto-Song und Opener „Here Comes The Sun“. Jetzt also Einmarsch des Pop&Jazz-Chores durch die Saaltüren, durch den Mittelgang nach vorne und auf die Bühne, und als jeder an seinem Platz stand und in den Saal blicken konnte, der „Boah“-Moment: Der Saal ist voll besetzt bis ganz hinten, sogar auf der Empore sitzen Zuhörer!

Während wenig später die letzten Töne von „Here Comes The Sun“ verklangen, entledigten wir uns in einer schwungvollen Geste unserer „Sonnenstrahlen“, und weiter ging es durch die erste Hälfte des Abends: Singend und swingend bei „I’mBeginningTo See The Light“ und „Always Look On The Bright Side Of Life“ mit Intro-Solo durch Stephanie, gefühlvoll oder groovig mit „May ItBe“ und „In The Mood“, voll Fröhlichkeit oder mit Herzschmerz in „Top Of The World“ und „You’veGot A Friend“. Auch die Bandmusiker hatten dabei reichlich Gelegenheit, in diversen Solo-Einlagen ihr Können unter Beweis zu stellen. Nach dem energetischen „Viva La Vida“ steuerte unser Programm auf seinen ersten Höhepunkt zu: Mit „LetMeEntertainYou“ von Robbie Williams rockten wir die Bühne und ernteten brandenden Applaus.

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Pop&Jazz-Chor allein auf der Bühne gestanden, während die Sänger von Querbeat verteilt im Publikum saßen. Das war nicht ohne Grund so, denn nun folgte ein weiteres Highlight des Konzerts: der „Paradise“-Flash-Mob. Nach einem zarten Piano-Intro von Olga begann der PJC zu singen, im Wechsel von Frauen- und Männerstimmen, von zarten und kraftvoll gesungenen Passagen steigerte sich der Song durch die Strophen bis hin zum ersten „Paradise“-Refrain. Auf einmal erhoben sich aus den Reihen des Publikums einzelne Sänger, wie zufällig, begannen mitzusingen, kamen nach und nach vor zur Bühne und hinauf. Die Verblüffung im Publikum war wohl groß, bis klar wurde, dass es sich natürlich um die SängerInnen des Gastchores Querbeat handeln musste. Und während sich die beiden Chöre noch zu einem einzigen großen Chor sortierten, steigerte sich der Song in doppelter Stimmstärke zu seinem fulminanten musikalischen Höhepunkt. Im tosenden Zwischenapplaus ging dann der oft geprobte „Zitter“-Einsatz des Alt zum superzarten Outro unter. Als letztes Lied vor der Pause bekam das begeisterte Publikum dann noch ein fröhliches „Happy Together“ in Doppelbesetzung zu hören.

Nach der Pause standen dann Querbeat allein auf der Bühne. Los ging es mit einem wahrhaften Sommergewitter: Mittels Händereiben, Tippeln, Klatschen, Stampfen simulierte der Chor erst einsetzenden leichten Regen, der stärker und stärker werdend schließlich mit Blitz und Donner und einem prasselnden Regenschauer endete und so die passende Atmosphäre für den ersten Song „Africa“ lieferte. Weiter ging es beswingt mit „StraightenUpAnd Fly Right“, bevor der Chor mit den a-capella-Titeln „Wild World“, MySouls’sBeenAnchored In The Lord“ und „Butterfly“ beeindruckte. Mit den Jazz-Klassikern „He BeepedWhen He ShouldHaveBopped“ inklusive mit großem Applaus quittierten Scat-Solo und “Hit MeWith A Hot Note” rundeten Querbeat ihr Programm ab.

Dann wurde es wieder eng auf der Bühne, denn der Pop&Jazz-Chor erklomm dieselbe, um gemeinsam mit Querbeat zum großen Finale anzusetzen. Mit doppelter Stimmpower schmachteten wir uns durch die Latin-Rhythmen von „Quien Sera“, rockten die Bühne mit „BohemianRhapsody“ und steigerten uns stimmgewaltig hinein in den Wunschtraum aller (Laien-)Chöre: „It’sRainingMen“!

Noch während der Applaus am Abebben war, stiegen wir, noch leicht außer Atem, von der Bühne herab und verteilten uns in einem großen Kreis an den Saalwänden entlang um das Publikum herum. Das Licht ging aus, Sabine entlockte dem Flügel ein paar sanfte Klänge, und zum Abschluß des abends stimmten alle SängerInnen das wundervoll melodische, sephardische Wiegenlied „Durme, Durme“ an, dessen Klangwolken sich einhüllend und einlullend um die Zuhörer legten bis zum letzten zarten Verklingen. Nochmal großer Applaus… STANDING OVATIONS….Gänsehaut…

Liebe Sabine, danke dass du immer wieder so tolle Konzerte mit uns hinkriegst!

Von Carolin Waldmann