Mein Wecker klingelt – es ist 4:45h!!
Ich finde das in diesem Moment wirklich nicht lustig und würde mich am liebsten noch einmal umdrehen.

Was mir hilft mich am Morgen des 30. September schon so früh aus dem Bett zu schälen, ist alleine die Tatsache, dass es 23 anderen PJC-lern genauso ergeht wie mir. Naja das stimmt nicht ganz, ich freu mich schon ganz arg auf diese Zeit mit meinem Chor, auf die viel zu wenigen Stunden Schlaf, die total verschlafene und immer munterer werdende Stimmung während der Fahrt, auf das Sektfrühstück, das Mittagessen, all das am, im und um den Bus herum, die gemeinsam gesungenen Lieder und nicht zuletzt auf die 16-1700 km, die wir in den kommenden 4 Tagen zurücklegen werden.

Seit Januar kennen wir die Reiseroute, die die Fa. Rast gemeinsam mit Marion für uns zusammengestellt hat - so lange haben wir uns darauf gefreut und nun endlich geht es los!

Am Denzlinger Bahnhof dann das ganz große „HALLO“

Unser Fahrer ist Gerd! Er hat uns schon vor 2 Jahren sicher nach Italien und zurück gebracht – und er begrüßt uns mit seinem „Brummi“ pünktlich um 6h.

Tja, auf Gerd ist Verlass!!

Wovon wir allerdings bis dahin keine Ahnung haben und was kurzfristig für Aufregung sorgt ist die Tatsache, dass Gerd diese lange Strecke nicht alleine fahren darf. Er braucht einen zweiten Fahrer!!!

An dieser Stelle ein ganz herzliches „Dankeschön“ an Mani Nübling aus dem Männerchor!! Er springt ein, fährt uns nach Luzern, verkürzt somit die Lenkzeit von Gerd und alles ist wieder gut!

Wer nun fragt, was denn aus Mani geworden ist, den wir da so alleine in Luzern zurück gelassen haben: keine Sorge, ihm geht es gut! Der Männerchor, der an diesem Wochenende ebenfalls mit dem Bus - ins Friaul - unterwegs ist, legt in Luzern eine Pause ein, pickt ihn auf und nimmt ihn mit!

Ca 11 Std. Fahrt liegen vor uns!! Noch ist es dunkel und entsprechend still ist es um mich herum. Ich beneide diejenigen, die sich wie Kätzchen auf den Sitzen klein machen und zusammenrollen und so schon mal ein bis zwei Stunden schlafend die lange Fahrt verkürzen können.

Ich erlebe bei vollem Bewusstsein jeden einzelnen Kilometer, mir tut der Popo weh, ich weiß bald nicht mehr wie ich sitzen soll und ich warte sehnlichst darauf, dass meine Mitsänger wieder zum Leben erwachen.

Pünktlich zur ersten Pause erfolgt dann auch das kollektive Erwachen, und Dinge die erledigt werden müssen, werden nun getan. Wir lassen die Korken knallen und stoßen auf unsere 2. gemeinsame Reise an!!!
Ich werde jetzt einen Teufel tun und euch die Uhrzeit nennen.

Natürlich folgen weitere Pausen. Wir sind gut versorgt mit belegten Brötchen, mit Obst und Getränken, Marion hat geplant und organisiert und zusammen mit Silvia, Rosi und Ralf all die feinen Sachen und Getränke für uns besorgt. Vielen, vielen Dank dafür!!!

Über Mailland und Genua, vorbei an Savona und Nizza erreichen wir gegen 17:30h unser Hotel in Juan les Pins.

Doch wer meint, man könne in einer südfranzösischen Kleinstadt mal so eben schnell mit einem Reisebus in die Innenstadt hineinfahren, der irrt gewaltig. Eigentlich ist nahezu jede Straße, jede Abbiegung zu eng, gibt es zu viele Einbahnstraßen, zu viele Brücken unter denen man nicht durchfahren kann, oder über die man nicht fahren darf..

Chapeau Gerd ……soooo souverän hast du diese kniffligen Situationen gemeistert!!

Schnell wird das Hotel und die Zimmer in Augenschein genommen, die Distance zum Strand gecheckt und die Shoppingmöglichkeiten geklärt …… (ja - Mädels brauchen eben sowas!!) und schon ist es Zeit zum Abendessen.

Gemeinsam stürmen wir „La Bodega“ ein Restaurant ganz in der Nähe und verwirren mit unserer geballten (Frauen) power scheinbar sosehr, dass ein paar von den „eilig“ herbei gebrachten Getränken dem Tablett einer Bedienung "entrutschen" und anstatt auf dem Tisch zu landen, sich auf die am nächsten befindlichen Jacken, Hemden und Taschen ergießen, aber irgendwie haben wir noch Glück, es hätte ja auch Rotwein sein können.

Nicht deshalb, aber irgendwie ist dieser Tag dann gelaufen, wir sind satt und wir sind KO und nichts ist mehr zu hören von Strandparty, von Sektchen im Sand, vom gemeinsamen Singen. Wir ziehen uns zurück und verschieben es auf morgen Abend. OK?

Angela Maas

 

Am 2. Tag stand Monaco auf dem Programm. Doch erst mussten wir mal dort hinkommen. Gerd befolgte die Anweisungen unserer Reiseleiterin Elena, einmal rechts, einmal links, dann geradeaus...und unser großer Reisebus wurde geschickt durch die engen, zugeparkten Sträßchen Südfrankreichs gelenkt.

Unsere Männer waren sich wirklich für nichts zu schade. Sie sprangen um den Bus herum, errechneten Sicherheitsabstände, klappten Seitenspiegel ein, verbogen Verkehrsschilder und verrückten Absperrungen.

Doch leider half alles nicht´s und wir steckten fest. Kein Vorwärts, kein Rückwärts. Und nun? Erst kurz diskutieren, dann folgten Taten! Unsere Männer hatten tatsächlich allein mit ihrer Muskelkraft drei Autos „weggeruckelt“!! Danach die Straße abgesperrt, damit wir entgegen der Einbahnstraße endlich die Hauptstraße erreichten. Ein Hoch auf die Männer und unseren Busfahrer Gerd. Da sieht man mal wieder, wie unverzichtbar sie für unseren Chor sind!

Was für eine Aufregung!!!!!

Nach einstündiger Verspätung kamen wir endlich in Monaco an. Bei der Einfahrt nutzten einige die Toilettenpause zum Shoppen. Dabei hätten wir fast unsere Katrina vergessen, die sich bei den Käppis nicht zwischen blau, grün oder doch rosa-glitzer entscheiden konnte...

In Monaco besichtigten wir zuerst die Kathedrale. Sie ist die letzte Ruhestätte vieler Fürsten Monacos. 

Anschließend ging es zur Wachablösung zum Fürstenpalast der Grimaldis. Die Fahne war gehisst aber von Albert war leider keine Spur zu sehen.

Nach einem Bummel durch die Gässchen und einer kleinen Stärkung fuhren wir über die Formel 1 Strecke nach Monte Carlo.

Wir waren endlich angekommen in der Welt der Reichen und Schönen.

Was gab es alles zu bestaunen: Bentley´s, Ferrari´s, Lamborghini´s, funkelnder Schmuck und prachtvolle Kleider von Gucchi, Prada ect, ect...

Nach dem ein oder anderen Foto vor so einer Nobelkarosserie oder einem Edelshop konnten wir noch kurz einen Blick ins Spielcasino erhaschen. Anschließend ging es voller Eindrücke wieder weiter in unserem Bus.

Die Fahrt brachte uns nach Eze, wo wir die Parfümerie „Galimard“ besichtigten. Wir erfuhren einiges über die Herstellung der edlen Düfte. Auch, dass ein Parfümeur zwar nur zwei Tage in der Woche arbeitet, dafür aber nicht rauchen, nicht scharf essen, keinen Kaffee und keinen Alkohol trinken darf.

Kein Job für einen PJC´ler!

Im Verkaufsraum wurden wir eingesprüht und jeder konnte sich entscheiden, ob er es lieber fruchtig, würzig, sportlich, feminin, maskulin oder einfach gar nicht mochte.

Nach so vielen Ereignissen an einem Tag nahmen wir erst mal ein Schlückchen Sekt zu uns, der Bauch des Busses war ja noch voll davon. Und dann, endlich erklangen die ersten Töne von „Rhyth´m of Life“ und „What the World“. Das erfreute spontan eine japanische Reisegruppe.

Die Heimfahrt führte uns über Nizza, mit 350000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Frankreichs, wieder nach Juan-les-Pins. Es folgte ein wirklich leckeres Abendessen das dieses Mal alle Schleckermäuler zufriedenstellte.

Da ein echter Concordianer den Tag mit Gesang ausklingen lässt, gingen wir noch alle zusammen an den Strand. Selbstverständlich hatten wir genügend Sängerbrause mitgenommen. Für Gerd, den coolsten Busfahrer aller Zeiten, sangen wir „Paradise“ und es stiegen an dem Abend noch einige paradiesische Gesänge bei Meeresrauschen in den Sternenhimmel.

Susanne Schindler

Die Nacht am Meer wird ganz schön lang. Die Möwen kommen kaum zum Schlafen, da unser Gesinge zu dieser Stunde nicht nur laut sondern auch nicht gerade besonders filigran rüberkommt. Irgendwann weit nach Mitternacht haben wir doch ein Einsehen mit der Natur und mit den Gästen in den Promenadenhotels und ziehen uns so dezent wie möglich zurück.

Nachdem alle ihr Zimmer gefunden haben, kehrt für heute Ruhe ein.

 

 

  1. Tag unserer Chorreise: Trotz des 7-Uhr-Bades im Meer merk ich die nächtliche Strand-trink-und-sing-Einlage noch ganz schön in den Knochen und im Hirn, aber klasse war’s trotzdem!

Beim Frühstück bleibt das Kunstrührei diesmal fast unberührt, denn es gibt viiiieeele leckere Alternativen, z.B. die Minicroissants und – schnecken oder die Minimarmeladen. Wenn nur diese Kaffeemaschine mal ein bisschen Gas geben könnte.

Gleich nach dem Frühstück stellt sich wieder die brennende Frage: Wie kommen wir mit unserem Monsterbus eigentlich aus diesem verwurschtelten Örtchen raus? Und wieder wird von uns eine Einbahnstraße in die Gegenrichtung gesperrt, diesmal eine gut befahrene. Allerdings haben wir uns vom Vortag schon eine gewisse Gelassenheit zugelegt, mit der wir uns souverän freie Bahn schaffen. Da alle im Weg stehenden Autos mit mehr oder weniger einsichtigen Fahrern ausgestattet sind, fällt das Auto-Ruckeln heute aus. Und wir merken einmal mehr, dass der Gerd mit seinem Bus schon lange befreundet ist und die beiden sich in- und auswendig kennen. Das passt einfach!

Ab geht’s Richtung St. Tropez.

Von unserer Reiseleitung erfahren wir auf dem Weg ungefähr 5-Mal, dass die Weintrauben der Autobahn weichen mussten und dass die Mimosen bis auf die Autobahn riechen – super.

Da wir spät dran sind, fällt die geplante Bootüberfahrt mit der Einfahrt in den St.-Tropez-schen Yachthafen leider flach und Gerd bringt uns direkt auf den Hafenparkplatz.

St. Tropez ist einfach ein nettes Städtchen und obwohl wir ja komplett außerhalb irgendwelcher Ferienzeiten unterwegs sind, treibt sich ganz schön viel Volk da rum. Die Hochsaison will man da nicht erleben.

Es herrscht Superwetter und wir haben so etwa gute 2 Stunden Zeit. Es wird besichtigt, geshopped, die Promenade langflaniert und wir überlegen uns, welche atemberaubende Yacht wir für das Geld bekommen, das wir tags zuvor in Monte Carlo gewonnen haben (naja – so in unserer Fantasie halt).

 

Die engen Gässchen der Altstadt öffnen sich immer wieder zu kleinen Plätzen hin, auf denen liebevoll arrangierte Tische und Stühle zum Essen und Trinken einladen oder der frisch gefangene Fisch uns freudestrahlend anglotzt. Zum Abschluss gibt’s einen Cappuccino im berühmten „Café de Paris“.

Kurz nach eins sitzen wir wieder im Bus und es geht Richtung Cannes und in Cannes logischerweise auf die Promenade, dem „Boulevard de la Croisette“, vorbei an mondänen Nobelhotels und natürlich am Palast, in dem die Filmfestspiele stattfinden, der mich mit seinen düsteren Dunkelfenstern und der verwinkelten Fassade ein bisschen an die neue Uni-Bibliothek in Freiburg erinnert.

Es bleibt bei einem kurzen Aussteigen zum Foto-Shooting und dann geht’s zurück nach Juan-les-Pins.

Die Zeit bis zum „Dinner for twentyfive“ wird nochmals zum Shoppen oder für einem Strandbesuch mit Planschen im Meer genutzt.

Für die, die nicht dabei waren: Man sollt‘ sich’s schon auf der Zunge zergehen lassen: Es ist der 2. Oktober, die Sonne scheint, es hat 28°C und das glasklare Wasser hat bestimmt noch so um die 24°C – einfach zum Genießen, nur damit ihr’s wisst!

Das Abendessen schließt heute mit ziemlich mächtigen Tiramisu-Bomben ab. Ralf erweist sich mit 2-einhalb verputzten Portionen als der uneingeschränkte Tiramisu-König.

Später geht’s noch zu einem kleinen Jazzclub mit Live-Musik und dann noch zu einem Abschlussgläsle oder –fläschle ins Hotelfoyer.

Die Nacht ist kurz – um 7 gibt’s schon Frühstück, da wir bald danach los wollen bzw. müssen. Nachdem von Ralf und Gerd am Abend zuvor eifrig recherchiert worden war, kommen wir tatsächlich mal auf regulärem Weg vom Hotel auf die Autobahn.

Auf unserem 1. Zwischenstopp in Italien decken sich noch die Spätentschlossenen mit Mitbringseln a la Nudeln, Wein, Olivenöl und Küchentüchern ein.

Dank dem Stau vor dem Gotthard-Tunnel nutzen wir die Ausweichroute und landen bei ca. 6°C und eifrigem Wind oben auf dem Gotthard-Pass, wo uns eine braun-weiße Plastikkuh samt ihrem Plastikkalb begrüßt. Das Panorama dort oben ist schon einfach genial-phänomenal.

Und dann geht’s mit den notwendigen fahrer- und trink- und entlastungstechnischen Zwischenstopps gar nach Hause.

Es wird viel geschlafen, viel gelacht und sogar auch geprobt – vielleicht nicht so effektiv, wie das montags normalerweise stattfindet, aber zumindest haben wir’s probiert.

In Denzlingen angekommen liegen etwa 12 Stunden Rückfahrt hinter uns. Die übrigen Getränke werden in den Autos verstaut. Es kommt zum grooooßen Abschiedsszenario und dann geht’s heim.

Es waren superschöne Tage, ereignisreich und kurzweilig, lustig und interessant und ich freu mich schon auf’s nächste Mal.

Gerd wurde in seiner Aversion gegen die französischen Küstenstädte bestärkt. Die Route und vor allem Juan-les Pins werden nicht in seine Favoritenliste aufgenommen. Abgesehen davon hatte auch er seinen Riesenspaß mit uns und wird uns bestimmt gern wieder kutschieren – nur nicht mehr da hin.

Peter Distler