Das Programm für unser Chorwochenende St. Trudpert vom 13. bis 15. März 2020, die Vorbereitung auf unser Jahreskonzert am 29.03., hielten wir schon in den Händen. Trotz Coronavirus COVID-19 glaubten wir noch in der Chorprobe am Mittwoch zuvor, dass alles so wie geplant ablaufen könnte.

Weit gefehlt: Bereits einen Tag später, am 12.03., bekam ich einen Anruf von Birgit, dass ich sie nicht wie geplant abholen solle, weil sie für sich entschieden hatte, wegen des CoV zuhause zu bleiben. Sie müsse jetzt nur noch ihren Mann davon überzeugen, dasselbe zu tun. Um ins Münstertal zu gelangen, waren von den Sängerinnen und Sängern Fahrgemeinschaften gebildet worden. Birgit wollte nicht, dass ich umsonst bei ihr auf­tauche. Auch beide Ritas meinten besser fern zu bleiben. Bereits gebackene Kuchen würden jetzt an Nachbarn verteilt.

Auf Anordnung der Gemeinde Münstertal hat die Verwaltung des Klosters beschlossen, dass das Kloster mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres geschlossen bleibt. Unser geplantes Chorwochenende kann demnach nicht in St. Trudpert stattfinden“, so gab der Vorstand des Gemischten Chores, Wolfgang Schüller, uns in einer Rundmail bekannt. Er war zwischenzeitlich schon eifrig tätig geworden, um das Chorwochenende zu retten, reser­vierte die Räumlichkeiten für Samstag / Sonntag im hiesigen Kultur- und Bürgerhaus und konnte schließlich noch für Freitagabend im Bildungszentrum den Musikraum hinter der Bühne bekommen.

Ein Gedanke war, wir könnten ja nicht alle weglaufen, schließlich hatten wir ja ein ganzes Jahr für dieses Konzert geprobt. So fanden sich doch fast die Hälfte des Gemischten Chores, etwa 25 Sängerinnen und Sänger, im relativ engen Musiksaal ein. Eigentlich wussten wir schon alle, dass ein Abstand zum Mitmen­schen von eineinhalb bis zwei Metern erforder­lich sei, um das Risiko einer Ansteckung mit diesem pandemischen Virus zu verhindern oder wenigsten zu vermin­dern. Bei Unterhaltungen und Diskussionen war einem bisher nicht klar, wie gefährlich z. B. eine nasse Aussprache sein könnte.

Nach Beratung im Vorstand teilte unser Dirigent Wolfgang Erber das Ergebnis allen Anwe­senden mit, nachdem er nochmals ausführlich auf die Situation und Empfehlungen der Bundes­regie­rung sowie des RKI (Robert-Koch-Instituts) hingewiesen hatte:

Bis auf Weiteres keine Proben, das Konzert wird voerst abgesagt, gegebenenfalls verschoben.

Nach all dem, was wir gehört hatten, stimmten die Chormitglieder verantwortungsvoll zu. Dennoch wollte Wolfgang Erber weitere Vorschläge aus den Reihen der Anwesenden hören:

  • Wir gehen auf den Mond -> derzeit noch etwas schwierig und sowieso zu teuer.
  • Wir gehen in die Schweiz -> gleiche Probleme wie hier.
  • Wir warten ab, bis sich die Lage bessert (erster vernünftiger Vorschlag).
  • Wir wollen uns nicht zuhause verkriechen, sondern uns draußen bewegen bei herrlicher Sonne.
  • Wir wollen uns freuen und lustige Witze erzählen, wie z. B. von Wolfgang Erber vorgeschlagen, der eine musikalische Gebrauchsanweisung, wie man sich die Hände wäscht, empfahl: https://www.youtube.com/watch?v=cgaL-XV_7BM.

Gedanken machten wir uns schon, wann wir das Konzert nachholen könnten. Noch Ende Juli vielleicht, oder nach den großen Ferien? Ein gewisser Vorlauf zum Proben sollte dabei beachtet werden, ebenso die Nähe zu Konzerten der anderen Chöre oder sonstigen Veran­staltungen. Nicht zuletzt sei ja zu bedenken, dass Proben für ein Folgekonzert auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das nächste Konzert, ein weltliches, wird eines über „Tiere in der Musik“ sein. Herr Erber hat schon alles vorbereitet. Am Montag könne er die gedruckten Noten abholen, meinte er, aber es wäre nicht sehr hilfreich, diese schon zu verteilen, da fast alle Stücke selten gespielt werden oder unbekannt sind. Sogar zwei Uraufführungen wird es bei diesem Konzert geben. Auch der Komponist, ein ehemaliger Klavierschüler von Wolfgang Erber, wird dann eventuell anwesend sein. Wir sind schon gespannt darauf!

Einhart Fiedler

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