Ein fulminanter Schlussakkord macht halt schon was her!


Um 13:00 Uhr treffen wir uns in der Brückleacker-Grundschule zum Einsingen, denn wie’s dann in Munzingen in Sachen Vorbereitung ausschaut, weiß man ja nicht. Unsere Vizedirigentin Carolin Waldmann vertritt Chorleiterin Sabine Pander, die kurzfristig absagen musste, am Taktstock und am Klavier und wir bauen uns zum Proben in der Aula der Schule auf.

Wie sehr ich mich immer über diese winzigen Erstklässlerstühle in der Grundschule freue, auf die man niederplumpst wie ein nasser Sack und dann aber kaum wieder hochkommt (gilt zumindest für mich), jessas aber auch.


Nachdem alle Stimmen – auch der Sopran – einigermaßen besetzt sind, kann’s losgehen. Und es gilt wie immer: Eine Generalprobe ist halt eine Generalprobe. Da wird ein Einsatz verpasst, Text vergessen, daneben geklatscht. Lauter solche Scherze und immer wieder die Frage: Warum kann das nicht einfach mal glatt durchgehen?
Die einzige, die ihren Part jetzt schon souverän meistert, ist die Saskia mit ihrer Geige.
Um Halbdrei sowas sind wir dann beim Hock in Munzingen. Das ist ja eine erfreulich schöne Konzertumgebung, richtig nett. Die Scheune ist voll, bunt beleuchtet, das Wetter macht mit – alles gut!
Nach einem kleinen Erfrischungsschluck sind wir dann auch gleich dran.

 Hoch auf die Bühne. Wir werden kurz vorgestellt und das Publikum darauf hingewiesen, dass es jetzt was ganz anderes zu hören kriegt – damit wird natürlich gleich an der Erwartungsschraube ein ordentliches Stück nach oben gedreht.


„Breaking up“ – das mit dem Geklatsche bekommen wir mittlerweile gut hin so dass der Einstieg schon mal gut klappt.
„He beeped“ – Warum nur ausgerechnet dieses Stück???? war wohl die entscheidende Frage vor dem Konzert. Tatsache ist, dass wir gut sind heute, und was noch viel erstaunlicher ist: Den Leuten gefällt’s und sie klatschen begeistert. Na, das ist ja ’ne wirklich positive Überraschung.
Mit unserer Teufelsgeigerin geht’s ab nach Irland zum „Rising of the Moon“.

Und dann startet gleich das absolute Kontrastprogramm mit „Imagine“. Das Lied kennen die meisten dann doch und man sieht die Zuhörer mitschaukeln und stumm mitsingen – das passt doch!
Dann nochmal ein haariger Höhepunkt: Seit wir bei „Happy“ die Choreografie aufgenommen haben, ist das schon eine granatenmäßige Herausforderung. Viel bewegen müssen wir uns ja nicht – trotzdem ist das mit der Koordination schon so ’ne Sache.
Bei „Paradise“ merkt man richtig die ausgewogene Akustik in der Scheune. Die leise gehauchten Passagen sind ebenso gut wahrzunehmen wie das grandiose „I know the sun will set tonight“. Mit dem Schlussakkord ist dann unser Kurzprogramm vorbei.
Aber irgendwie scheinen die Menschen hier von der „etwas anderen“ Darbietung begeistert zu sein und wollen uns noch nicht gehen lassen.
Also wird als Zugabe noch der „Rhythm of Life“ ausgepackt. Das ist ja schon ein Superhammerstück. Der Schlussakkord übertrifft den von „Paradise“ deutlich – an Dramatik und vor allem an Lautstärke, fast scheppern die Gläser auf den Tischen, der ganze Dreschschopf bebt und wir hinterlassen bei den Zuhörern auf den ersten Bänken wohl einen mittleren temporären Gehörschaden.


Insgesamt ist es ein sehr stimmiger Kleinauftritt in einem einladenden und freundlichen Ambiente vor einem immer interessierten und mitgehenden Publikum, eine rundum gelungene Geschichte, so dass man mit einem guten und sicheren Gefühl auf’s Hauptkonzert schauen kann.
Und Carolin wird immer mehr zu einer sicheren Bank, die uns souverän durch das Konzert leitet, punktgenau die Einsätze gibt und am Klavier den Chor ganz toll unterstützt – Danke dafür!
Premiere für Saskia an der Geige – Nervosität … Fehlanzeige. Sie hat’s richtig gut gemacht – Danke schön auch an sie.

Peter Distler

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