Herrliches Frühlingswetter in Denzlingen hält die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores an diesem Samstagnachmittag nicht davon ab, sich in der Jakobus-Kirche einzufinden für die Generalprobe. 40 Chorproben im Laufe des letzten Jahres sollen jetzt den krönenden Abschluss finden. Fleißige Helfer habenden Altarraum mit Podesten bestückt und nun die erste Stellprobe, denn wichtig für ein gutes Gelingen ist der Sichtkontakt vom Dirigenten zu jedem Einzelnen im Chor. Das klappt auch ganz gut beim Einsingen. Aber dann: Wir waren doch so gut vorbereitet! Was ist es, was uns so durcheinander bringt?

Zum Einen ist es wohl der ungewohnte Klang in der noch leeren Kirche und zum anderen das Orchester, welches uns jetzt anstelle des Klaviers im Probenraum begleitet. Aber Wolfgang Erber lässt nicht locker: noch einmal diese Stelle und immer wieder: „Augen zu mir, lächeln!“ Erschöpft begeben wir uns auf den Heimweg und hoffen nur, dass sich der Spruch bewahrheitet: „Wenn die Generalprobe schlecht läuft, wird das Konzert ein Erfolg!“ Motivierend, ermutigend und aufbauend wirkt dann die noch spät abends von unserem Dirigenten abgesetzte elektronische Nachricht mit dem Grundtenor: Wir schaffen das.

Ein festliches Bild bietet sich dann den Besuchern, die sich schon weit vor 17.00 Uhr an diesem Sonntag, 15. April 2018, vor der Jakobus-Kirche im Sonnenschein einfinden. Schwarz mit roten Accessoires ist dieses Mal die Konzertkleidung. Adrenalin ist zwar nicht zu sehen, aber sicher vielfach vorhanden, denn das „Laetatus sum“ ... na ja, es kann nur besser werden. „In notte placida“ von Couperin – dies ist ein Werk, welches wir alle gern singen – gelingt dann auch wesentlich besser. Eine erste kleine Verschnaufpause verschafft uns Herr Martin, der an der Orgel ebenfalls eine Couperin-Komposition spielt.

„Jubilemus“ heißt es weiter, lasst uns jubeln! Strahlende Gesichter will unser Dirigent passend zum Text sehen ... und endlich hat er es mal wahr gemacht: Ein DIN-A-4 großes Smiley holt er aus seinen Noten hervor, um es uns zu zeigen. Da bleibt wohl kaum ein Mundwinkel noch heruntergezogen. „Ätsch“ bedeutet wohl dann die später präsentierte Karikatur mit herausgestreckter Zunge. Das passiert natürlich ohne vom Publikum wahrgenommen zu werden, aber es zeigt Wirkung. Schön ist es, als Sängerin in den Gesichtern der Zuhörer zu sehen, dass sie die Musik genießen, ergriffen lauschen, wahrscheinlich im Stillen sogar mitsingen, wenn unsere Solistin Sibylle Schaible zu Orgelbegleitung das „Ave Maria“ singt. Auch wir selbst auf der Bühne dürfen zwischendurch bei den Orchesterstücken, den Streicherserenaden von Elgar, Musik dieses englischen Komponisten aus dem 19./20. Jahrhundert genießen.

Ob man wohl unser Norwegisch verstanden hat, als wir „I Himmelen“ von Grieg sangen? Eigentlich gar nicht so von Bedeutung, denn hier war die Musik wichtig. Sibylle Schaible hatte jedenfalls für diesen Auftritt norwegisch gelernt und sang es auch wunderbar. Wir folgten einfach nur der Aufforderung unseres Dirigenten „Egal welche Sprache Sie singen, aber singen Sie!“ Einen schöneren Abschluss dieses Konzertes als ein gemeinsames „Da pacem, Domine“ hätte man nicht planen können. Begeistert sangen Publikum und Chor vom Orchester begleitet diesen Kanon.

Aufatmen. Begrüßen der Freunde und Bekannten und erste Rückmeldungen, positive Kritik wie z. B. „Bei Haydn kamen mir fast die Tränen“ oder „seit ich das letzte Mal ein Konzert von Yehudi Menuhin gehört habe, war ich nicht mehr so ergriffen“. Ein gemütliches Beisammensein im Gemeindesaal gab dann noch Gelegenheit, gemeinsam diesen Tag ausklingen zu lassen, Dankesworte unseres Concordia-Präsidenten zu hören und den Rück- und Ausblick unseres Dirigenten: „Wichtig ist nicht, ob jede Note richtig war, sondern wie es auf das Publikum gewirkt hat.“ Es ist uns heute gelungen, das Publikum zu packen – ich bin zufrieden und freue mich auf die vor uns liegende Zeit, in der wir wieder hart arbeiten werden für das nächste Konzert“. Also freuen wir uns auf „Filmmusik“ im Jahr 2019!

Madeleine Bierwirth

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